Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)
PSC ist eine chronische cholestatische Lebererkrankung, die durch fortschreitende Entzündung und Fibrose der intra- und extrahepatischen Gallengänge gekennzeichnet ist. Sie ist stark mit Colitis ulcerosa assoziiert und erhöht das Risiko für Zirrhose, Cholangiokarzinom und kolorektales Karzinom.
Symptome
- Viele Patienten anfangs asymptomatisch
- Müdigkeit, Pruritus, Beschwerden im rechten Oberbauch
- Gelbsucht, dunkler Urin, heller Stuhl
- Wiederkehrende bakterielle Cholangitis (Fieber, Schüttelfrost, Bauchschmerzen)
Diagnose
- Erhöhte alkalische Phosphatase ± Bilirubin
- MRCP zeigt multifokale Strikturen/Dilatationen ("Perlschnurartig")
- ERCP reserviert für therapeutische Dilatation oder Bürstenbiopsien
- Autoimmunmarker oft vorhanden (p-ANCA); AMA meist negativ (unterscheidet von PBC)
- Leberbiopsie, wenn Small-Duct-PSC vermutet wird oder Überlappung mit Autoimmunhepatitis
- Screening auf CED, falls nicht zuvor diagnostiziert
Management
Medizinische Therapie
- Noch keine kurative medizinische Therapie
- Ursodeoxycholsäure in moderaten Dosen manchmal zur biochemischen Verbesserung genutzt (kontrovers)
- Pruritus managen (Colestyramin, Rifampicin, Naltrexon)
- Antibiotika für Cholangitis-Episoden
- Assoziierte CED aggressiv behandeln
Überwachung
- Jährliche oder halbjährliche Bildgebung (MRCP/Ultraschall) + CA 19-9 für Cholangiokarzinom
- Koloskopie alle 1–2 Jahre bei PSC-CED wegen Darmkrebsrisiko
- Knochendichtemessungen zur Osteoporoseprävention
Interventionell/Chirurgisch
- Endoskopische Dilatation/Stenting dominanter Strikturen
- Lebertransplantation bei dekompensierter Zirrhose, MELD ≥ 15, rezidivierender Cholangitis oder unstillbarem Juckreiz
- Rezidiv nach Transplantation tritt bei bis zu 25% auf
Lebensstil & Unterstützung
- Impfen gegen HAV/HBV
- Alkohol meiden; gesundes Gewicht und Ernährung beibehalten
- Vitaminmangel managen (A, D, E, K)
- Psychische Unterstützung; chronische Überwachung verursacht Angst
Komplikationen
- Cholangiokarzinom (Lebenszeitrisiko 5–20%)
- Gallenblasenkarzinom; portale Hypertonie, Varizen
- Dominante Strikturen, die wiederkehrende Cholangitis verursachen
- Osteoporose, Mangel an fettlöslichen Vitaminen
Forschung und zukünftige Richtungen
Aufkommende Therapien zielen auf Gallensäuresignalisierung (FXR-Agonisten), antifibrotische Pfade und Immundysregulation ab.
Experimentelle und aufkommende Behandlungen
- Nicht-steroidale FXR-Agonisten: Z.B. Cilofexor zur Reduzierung der Cholestase.
- Duale Farnesoid-X/PPAR-Agonisten: Zielen darauf ab, Entzündung und Fibrose gleichzeitig zu reduzieren.
- Norursodeoxycholsäure (norUDCA): Vielversprechende Ergebnisse in Phase-II-Studien.
- Mikrobiom-basierte Therapien: Fäkaltransplantation und selektive Antibiotika adressieren PSC-CED-Darmdysbiose.
Verfolgen Sie PSC mit Diagnoza.care
Bleiben Sie PSC einen Schritt voraus – Protokollieren Sie Laborwerte (ALP, Bilirubin), Bildgebung, ERCP-Verfahren, CED-Aktivität, Symptome, Medikamente, Impfungen, Knochendichte und Transplantationsevaluationen; erfassen Sie Nebenwirkungen; und lassen Sie den KI-Begleiter Veränderungen markieren, die eine hepatologische Nachsorge erfordern.
Medizinischer Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Arbeiten Sie mit Ihrem Hepatologen und CED-Team für Überwachungspläne, ERCP-Entscheidungen und Transplantationsplanung zusammen.
Quellen: American Association for the Study of Liver Diseases, European Association for the Study of the Liver, PSC Partners Seeking a Cure